14.10.2003

Die Betriebsreportage

Der Betrieb Kleemeyer in Sudweyhe

In diesem Jahr möchte ich über den Betrieb unseres ehemaligen Schülers der Zweijährigen Fachschule Harm Kleemeyer berichten.

Der Betrieb Kleemeyer liegt in Sudweyhe vor den Toren Bremens. Bezogen wurde der Hof im Jahr 1973 von Vater Hermann Kleemeyer, der damals von Bremen-Arsten wegzog. Drei Jahre später wurden die Kühe abgeschafft, zunächst Bullen und Schweine gehalten, bevor er sich 1986 voll auf die Pferdehaltung konzentrierte. In den nachfolgenden Jahren wurde eine Reithalle und Pferdeboxen für insgesamt 90 Pferde geschaffen. Diese Boxen sind heute auch weitgehend ausgelastet mit eigenen und in Pension genommenen Pferden.

Dennoch ist der Betrieb kein reiner Pferdehaltungsbetrieb, denn es werden ca. 80 ha Ackerland und ca. 23 ha Grünland bewirtschaftet. Der Anbau auf dem Ackerland beschränkt sich auf Getreide und Raps, wobei nur hager im Betrieb verwertet wird, alles Andere wird schon in der Ernte verkauft. Die Landwirtschaft gehört auf jeden Fall zu der Pferdehaltung, denn es werden pro Jahr 800 Rundballen Stroh und 360 Silage-Rundballen für die Fütterung benötigt. Außerdem muss auch Fläche für die Mistausbringung vorhanden sein.

Die Mechanisierung ist als sehr gut zu bezeichnen, denn die arbeit muss zügig erledigt werden, damit Zeit für die Pferde vorhanden ist.

Neben der Pensionspferdehaltung wird sich mit viel Mühe der eigenen Pferdezucht gewidmet. Außerdem werden die Tiere auf dem Betrieb auch ausgebildet, was vor allem die Aufgabe von Ingrid Wilkens ist. Sie ist eine von zwei bis dreie Mitarbeitern und macht- so stellt Harm Kleemeyer heraus- ihre Arbeit ausgezeichnet. Ihren Rat und ihre Hilfestellung wissen auch die Kunden zu schätzen, die das eine oder andere Problem mit ihren Pferden haben.

Und dieses ist der Faktor, in dem sich der Betrieb Kleemeyer von anderen Betrieben mit Pensionspferdehaltung unterscheidet. Dass nämlich der Kunde fachkundigen Rat einholen und die Pferde ausbilden lassen kann. Eventuell findet er bei Kleemeyer aber auch ein Pferd für sich oder andere.

Der Umfang der Pensionshaltung umfasst Haltung und Fütterung sowie die Hallen- und Weidenutzung und kostet € 230 pro Monat, für Ponys 155 € pro Monat. Da Kleemeyers eben den kompetenten „Rundumservice“ bieten, haben sie auch keinen Nachfragemangel.

Zucht und Pferdeverkauf gehören, wie bereits erwähnt, mit zum Geschäftsbetrieb, und da darf man die Werbung nicht vernachlässigen. Hier wäre Geiz ganz und gar nicht „geil“. Dirk Kleemeyer, Harms Bruder, hat da vor einigen Jahren eine Internetseite aufgebaut. Dieses hat sich, so Harm, sehr positiv auf das Geschäft mit Pferdehaltern aus dem benachbarten Ausland auch den USA ausgewirkt. Ihre Internetseite ist mittlerweile unter den privaten Pferdezüchtern die umfangreichste. So konnte mir Harm auf dem Betriebsrundgang drei Pferde einer italienischen Familie zeigen, die ihre Tiere bei Kleemeyers untergebracht hat, und es sicher nicht getan hätte, wenn sie sie nicht in guten Händen wüssten. Der Kontakt ist durch die Homepage zustande gekommen. Insgesamt hat sich durch das Internet das Geschäft mit den ausländischen Kunden verdreifacht.

Die Internetseite muss aber immer aktuell gehalten werden, möglichst mehrsprachig und natürlich übersichtlich sein. Damit beschäftigt sich Dirk Kleemeyer jetzt im Rahmen seiner Diplomarbeit an der Landwirtschaftlichen FH in Soest.

Auch für Harm ist der Ausbildungsweg noch nicht zu Ende, obwohl er bei uns schon erfolgreich die Zweijährige Fachschule absolviert hat. Anschließend hat er den Meisterkurs besucht und auch dort sehr erfolgreich abgeschlossen. Auf dem Betrieb arbeitet er aber noch als Angestellter, bis siech eine andere Bewirtschaftungsform zwischen ihm und seinem Vater gefunden hat.
Im Moment strebt er den „Pferdewirtschaftsmeister“ an, um u.a. auch im Bereich der Pferdehaltung ausbilden zu können. Nachfrage von interessierten jungen Leuten, die in diesem Bereich tätig sein wollen, ist schon vorhanden.

Und mein Eindruck: Sie finden in Harm und seiner Familie Ausbilder, die selbst topp ausgebildet sind, einen modernen und leistungsstarken Betrieb bewirtschaften und wissen, worauf es ankommt, wenn man im Wettbewerb bestehen will.

Klaus Osmers

Das Blättchen


Mitteilungsblatt für die ehemaligen Schüler der Landwirtschaftsschule Bassum
 

 

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